VTN-Vorteil:

Einsatzhärten

1. Das Verfahren
Das Einsatzhärten zählt zu den thermochemischen Verfahren. Im Rahmen dieses Verfahrens wird die Randschicht von Bauteilen und Werkzeugen
mit einem Kohlenstoff abgebenden Medium aufgekohlt und anschließend abgeschreckt. Hierdurch werden die mechanischen Eigenschaften der Bauteilrandschicht (z.B. Verschleiß) verbessert. Die Abschreckung kann entweder direkt aus der Aufkohlungstemperatur oder nach einem Zwischenkühlen und Wiedererwärmen auf eine werkstoffspezifische Härtetemperatur erfolgen. Dies sind nur zwei Varianten möglicher Temperatur-Zeit-Folgen beim Einsatzhärten.
Die Aufkohlung erfolgt in der Regel zwischen 880 bis 980°C. Nach
dem Abhärten der aufgekohlten Bauteile ist überwiegend ein Anlassen erforderlich, um die aus der Härtung entstandenen Spannungen zu
mindern und die geforderten Gebrauchsfestigkeiten einzustellen. Als Abschreckmedien dienen Öl- und Salzwarmbäder. Partielles
Einsatzhärten ist dank geeigneter Isoliertechniken möglich.

2. Geeignete Werkstoffe
Einsatzstähle sind Baustähle mit verhältnismäßig niedrigem Kohlenstoffgehalt, deren Randschicht vor dem Härten üblicherweise aufgekohlt oder carbonitriert wird. Einsatzhärtestähle liegen im Kohlenstoffgehalt unter dem der Vergütungsstähle, also unter 0,25%.

3. Vorzüge dieser Wärmebehandlung
Das Einsatzhärten dient dazu, der Randschicht von Werkstücken und Werkzeugen aus Stahl eine wesentlich höhere Härte und den Werkstücken und Werkzeugen bessere mechanische Eigenschaften zu verleihen. Einsatzgehärtete Bauteile und Werkzeuge zeichnen sich durch erhöhten Verschleißwiderstand, einen zähen Kern sowie durch eine erhöhte Biegewechselfestigkeit aus. Diese Eigenschaften sind vor allem bei Getriebeteilen erwünscht.

4. Kundenangaben zur Wärmebehandlung
Zur Durchführung des Einsatzhärtens werden folgende Angaben benötigt:

  • Werkstoffbezeichnung
  • Einsatzhärtetiefe in mm (CHD)
  • Sollwerte Randhärte
  • Ggf. Isoliervorschrift (z.B. Werkstückzeichnung mit Angabe der Stellen, die nicht gehärtet werden sollen)