VTN-Vorteil:

Nitrocarburieren + Oxidieren

1. Das Verfahren
Dieser Prozess erfolgt vorzugsweise bei 570 – 580°C in einem Gasgemisch Stickstoff und Kohlenstoff abgebender Medien. Hauptziel ist der Verschleißschutz in Kombination mit einem hohen Korrosionsschutz. Die Nht liegt bei 0,1 – 0,35 mm. Partielle Behandlungen sind möglich. Die Behandlung erfolgt zur Erzeugung der gewünschten Verbindungsschicht (VS), die Ausscheidungsschicht ist normalerweise von untergeordneter Bedeutung.

2. Geeignete Werkstoffe
Es können alle gebräuchlichen Stahl-, Guss- und Sinterwerkstoffe nitriert werden. Geeignet sind unlegierte, niedrig legierte und mittellegierte Werkstoffe; hochlegierte Werkstoffe (> 13% Cr) sind – aufgrund ihrer Oberflächenpassivitäten – eher ungeeignet.

3. Prüfungen und Prüfverfahren
Die Messung der Härte erfolgt nach EN ISO 6507 in HV (Vickers). Die Messung der Nitrierhärtetiefe (Nht) nach DIN 50190, Teil 3. Zur Beurteilung der Schichten werden klassische metallografische Prüfmethoden eingesetzt.

4. Vorzüge dieser Wärmebehandlung

  • Geringer Verzug
  • Wenn überhaupt, nur sehr geringe Nacharbeitungsaufwand
  • Hoher Verschleißwiderstand bei Adhäsion
  • Anpassung der Schichten an Verschleißarten
  • Reduzierung der Reibungskoeffizienten
  • Einsparung von Schmiermitteln
  • Schaffung korrosionsbeständiger Schichten
  • Warmbeständigkeit der Nitrierschicht bis 400°C
  • Teilnitrierungen möglich

5. Kundenangaben zur Wärmebehandlung
Neben der Angabe des Werkstoffes und der Wärmebehandlung vor der Nitrierung sollten als Qualitätsmaßstäbe in der Fertigungszeichnung genannt werden:

  • Material- / Werkstoffbezeichnung
  • Oberflächenhärte in HV (inkl. Prüflast)
  • Nitrierhärtetiefe (Nht) in mm
  • Dicke der Verbindungsschicht in µm (VS)
  • Dicke der Oxidschicht in µm (OS)
  • Ggf. Kennzeichnung der Bereiche, die nicht nitriert werden sollen